Bürgerreise 2008

Veröffentlicht: Dienstag, 17. April 2018 Drucken

Reise der Freundschaftsgesellschaft Karlsruhe-Krasnodar e.V. vom 22. bis zum 30.09.2008 nach Sotschi, Orljonok und Krasnodar


Am Montag ganz früh 5 Uhr trifft sich die kleine aber feine Truppe von 12 Personen in Rüppurr. Mit dem Bus geht es nach Frankfurt zum Flughafen. Das Einchecken geht schnell und problemlos und mitkleiner Verspätung starten wir um 8:45 Uhr.In Wien umsteigen,dann geht es Non Stopp nach Sotschi, wo wir um 15:25 UhrOrtszeitankommen.

1024 Buergerreise2008 Krasnodar01Sotschi istein Kurort an der russischen Schwarzmeerküste, liegtetwa auf der Höhe von Rom und ist deshalb für sein angenehmes Klima bekannt. Leider werden wir miteinem sturzflutartigen Regen empfangen. Wir retten uns in den Bus und fahren durch überschwemmte Strassen in unser Hotel, das uns miteinem angenehmen und schönen Ambiente empfängt.Untergebracht sind wir im Ortsteil Adler im Hotel Almira. Nachdem wir unsere Zimmer belegt haben, genießen wir erst einmal ein gutes Abendessen. Nach dem Essen, der Regen hat inzwischen aufgehört,machen wir noch einen Bummel an den Strand und bleiben in einer Bodega am Strand hängen wo wir die diversen Rotweinsorten verkosten. Spät in der Nacht und leichtangeheitert treten wir den Rückzug an.

Dienstag 23.09.: Um 8 Uhr ist Frühstück angesagt und pünktlich 10 Uhr holt uns die Reiseleiterin Jelena ab zu einem Ausflug in die Bergregion Krasnaja Poljana. Krasnaja Poljana ist die Skiregion von Sotschi, und hier soll im Jahr 2014 die Winterolympiade stattfinden. Leider wieder atypisches Regenwetter. Wir machen kurz Station an einer Imkerei und verkosten Tee und Honig. Dann geht es weiter in die Hochregionen, wo wir die im Bau befindliche Skiregion und die Seilbahnstationen besichtigen. Leider regnet es wieder in Strömen, dazu Nebel,so dass wir die Fahrt mit dem Sessellift auf den Gipfel streichen müssen. Dafür genießen wir ein gutes, allerdings auch teures Mittagessen mit frisch gefangenen Forellen. Am Nachmittag heitert es auf, so dass wir doch noch die Gipfel der hohen Berge sehen können.

Mittwoch, 24.9.: Gutes Frühstück und um 10 Uhr Start Richtung Orljonok. Heute scheint endlich die Sonne und es ist südländisch warm.Wir fahren entlang der Küste des Schwarzen Meeres. Nach zwei Stunden erreichen wir Dagomys. Hoch über dem Schwarzen Meer gelegen ist hier das Zentrum einer Teeplantage und zwar deram nördlichsten gelegenen Plantage der Welt. Jelena führt uns durch die Teepflanzen und erklärt uns die Geheimnisse des Teeanbaus und der Fermentierung. Natürlich darf eine Teeverkostung nicht fehlen. Dann heißt es Abschied nehmen von Jelena.Wir steigen um in einen Bus der uns nach Orljonok bringt. Orljonok, am Ufer des Schwarzen Meeres gelegen, ist eines der größten Jugendzentren Russlands. Ständig sind um die 4.000 Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren im Wechsel untergebracht. Die Jugendlichen haben normalen SchulUnterricht beigeschulten Lehrkräften,daneben wird aber Wert gelegtauf Sportunterricht und Musische Fächer. Letzteres erleben wir bei einem bunten Abend. Ein abwechslungsreiches Programm mit Tanz und Gesang begeistert uns und alle Anwesenden. Wir treten in den großen Saal, und mit tosendem Applaus von der Tribüne herab begrüßen uns ungefähr 400 Kinder.Wir sind überwältigt. Die mit Präzision, mit Witz und hinreißendem Temperament dargebotenen Tänze haben professionellen Rang. Klatschend verabschieden uns die Kinder wieder, begleiten uns, wollen uns die Hände schütteln. Wir sind gerührt, fühlen uns beschenkt.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück erleben wir noch einen Teildes Sportfestes mit Siegerehrung. Norbert Müller hat Geschenke für die Jugend mitgebracht, die wir bei dieser Gelegenheit verteilen. Anschließend fahren wir zum Bootshafen und machen miteinem Katamaran eine Bootstour auf dem Schwarzen Meer. Bei herrlichem Sonnenschein und mediterranen Temperaturen ist Sonnenbaden an Deck angesagt. Am Nachmittag heißt es Abschied nehmen von Herrn Verwaltungsdirektor Alexander und Oxana Petrofskaja, die uns wunderbar betreut haben.Wir fahren weiter mitdem Bus nach Krasnodar. Schon bald gibtes Schwierigkeiten mit dem Bus. Immer wieder führen Getriebeprobleme zu kurzen Stopps und an der Stadtgrenze von Krasnodar ist endgültig Schluss.Retter in der Not ist die Familie von Oxana,Irina und Vadim, die trotz Geburtstagsfeier der Oma uns mit ihren privaten PKWs abholen und ins Hotel Moskwa bringen, wo wir die nächsten Tage untergebracht sind. Das Hotel ist sehr guter Standard,schöne Zimmer, und liegt in der KrasnajaStrasse in der Nähe des Rathauses.

Freitag,26.9.: Am Vormittag machen wir eine Stadtrundfahrt durch Krasnodar und sehen die interessantesten Punkte und Gebäude der Stadt. Zum Mittagessen sind wir von der Stadtverwaltung in der Kantine des Rathauses eingeladen. Anschließend ist Empfang im Rathaussaal. Wir werden begrüßt von Oberbürgermeister Vladimir L. Evlanov und weiteren Vertretern der Stadt. Am Abend gibt die Pianistin Ok Young You ein Klavierkonzert vor über 300 begeisterten Zuhörern im Orgelsaal des Rathauses.Ok Young You ist Mitglied der Freundschaftsgesellschaft und Musikprofessorin mit einem Lehrstuhlan der Uni Koblenz/Landau.

Samstag,27.9.: Heute ist das große Stadtfest „215 Jahre Krasnodar“. Gleich nach dem Frühstück geht es zum Denkmal Katharinas II, wo das FestmitMusik und Tanz eingeleitet wird. Später flanieren wir durch den Park Pervomajskij, vorbei an geschmückten Ständen, wo Einwohner in traditioneller Tracht Spezialitäten der Kuban Region kredenzen. Anschließend genießen wir unter freiem Himmel zusammen mit Vertretern der Stadt Krasnodar, der Stadt Karlsruhe und weiteren Gästen u.A.eine weitere Delegation aus China, ein Mittagsmahl an reich gedeckten Tischen, bei gleichzeitiger Darbietung von Tänzen und Reiterspielen der Kosaken.Wir sind immer wieder überwältigt von der Gastfreundschaft. Und genau so sind wir überwältigt von dem großartigen Programm am Abend, von Tanz und Darbietungen auf der Bühne vor dem Rathaus und dem Feuerwerk,mitdem der Festtag ausklingt.

Sonntag, 28.9.: Noch einmal ein Tag voller Festlichkeiten. Am Vormittag die Weihe der jungen Kosaken, Wein- und Blumenstände vor dem Verwaltungsgebäude der Kosaken und ebenso schöne Blumendekorationen auf dem Rathausplatz. Am Abend präsentieren dann die Kosaken ein buntes und abwechslungsreiches Programm im Stadtviertel Jubilenji an den Ufern des Kuban-Flusses. Flugvorführungen leiten den Abend ein und ein großes Feuerwerk beschließtden Tag.

Montag, 29.9.: Heute genießen wir einen freien Tag und nutzen ihn zum Bummeln und Schoppen. Gehen am Ufer des Kuban entlang und besuchen einige der schönen Kirchen. Seit der Perestroika sind wieder mehr als 30 Kathedralen und Kapellen geöffnet. Hans-PeterOehl hat bei seinem letzten Besuch geschrieben: „Krasnodar ist eine Stadt tief greifender Veränderung. Zu Fuß lernten wir das Zentrum mit Museen, Galerien, Theater und Kirchen kennen. Mitetwas nostalgischer Fantasie konnte man sich hier das Bild des alten Russland zur Zarenzeit entwerfen. Auch in der Hauptstraße zeugen viele Häuser vom Wohlstand vergangener Zeit. Noch ist vieles verfallen,heruntergekommen, oder Ruine. Das 20. Jahrhundert, das mit seinen Revolutionen, Bürgerkriegen, Stalinistischen Säuberungen, dem deutschen Vernichtungsfeldzug und der kommunistischen Misswirtschaft 50 bis 60 Millionen Menschenleben kostete, - dieses Jahrhundert liegt hinter dem geschundenen Land. Jetzt, nach dem Ende der Sowjetunion, glimmt Hoffnung auf, spürt man einen Aufbruch, der uns an unseren eigenen Wiederaufbau nach dem Kriege erinnert. Man kann buchstäblich keinen Meter passieren,ohne eine Baustelle zu sehen. Neben alten windschiefen Hütten entstehen moderne Wohnblocks, Läden und Einkaufszentren aus Aluminium und Glas, die von Kosmetika bis zur Unterhaltungselektronik alles anbieten und zum “Schoppen” und Verweilen einladen. Moderne Autos und Transportfahrzeuge prägen den pulsierenden Verkehr auf den Hauptverkehrsstraßen.In Parks kann man sich ergehen, an Brunnen, in Cafes sich erholen, am Ufer des Kuban spazieren gehen. Im Kontrast hierzu dann Märkte, auf denen Händler, Handwerker und Bauern der Umgebung von Textilien bis zu Gewürzen eine orientalisch anmutende Warenvielfalt anbieten. Noch gibtes viel Armut. Man wünscht diesem Land spontan, dass es vorwärts kommt.“ Soweit Hans-Peter Oehl. Dieses haben wir wieder bestätigt gefunden.

Als wir am nächsten Tag zurückfliegen nehmen wir schöne und interessante Erlebnisse mit nach Hause und den Eindruck eines Russlands derOffenheitund dem Wunsch nach guten Beziehungen mit uns auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. Ein besonderer Dank an die vielen Helfer auf unserer Reise, Oxana Daragan für die Organisation, Katja Postrigan als Dolmetscherin und Verbindungsglied zur Stadtverwaltung, die Vertreter der Stadt Krasnodar,ganz besonders Herrn Oberbürgermeister Vladimir L. Evlanov für die Unterstützung der Freundschaftsgesellschaft Karlsruhe-Krasnodar e.V. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch.

 

Dieter Kammerer