Die Geschichte Krasnodars

Veröffentlicht: Montag, 18. Februar 2019

Krasnodar liegt im südlichen Teil der Osteuropäischen Ebene im Prikubanskaja-Tiefland, 1350 km südlich von Moskau. Es befindet sich fast im Zentrum der Region Krasnodar im Tal des Kuban-Flusses. Die Höhe über dem Meeresspiegel schwankt von 19 bis 32 Metern. Das Tal des Kuban-Flusses im Raum der Stadt teilt die Prikubanskaja und Sakubanskaja Ebenen.

Verkehrsmittel

Die Stadt Krasnodar ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der alle Verkehrsmittel umfasst: Luft-, Eisenbahn-, Fluss-, Bus-, Stadtverkehrstransport (Straßenbahn, Oberleitungsomnibus). Die Bundesautobahn M4 „Don“ führt durch Krasnodar und verbindet die Stadt mit der Asow-Schwarzmeerküste und dem Gebiet Rostow. Krasnodar verfügt über einen Flusshafen. 

In Krasnodar gibt es nur einen internationalen Flughafen - Paschkowskij, der einer der größten Flughäfen in Südrussland ist. Vom Flughafen der Stadt werden nationale und internationale Linien- und Charterflüge durchgeführt. Der Flughafen Paschkowskij liegt 12 km vom Stadtzentrum entfernt. Daher ist es nicht schwierig, dorthin zu gelangen. Für eine bequeme Anreise zum Bahnhof sind hier ständig direkte Linienfahrten tätig. Der Bahnhof Krasnodar-1 befindet sich im Zentrum der Stadt, in der Nähe des Stadions Kuban. Von dort verkehren zahlreiche Taxis, Busse, Oberleitungsomnibusse und Straßenbahnen. Nach Krasnodar kann man auch mit dem Bus von jeder größeren russischen Stadt gelangen.

Stadtgründung

Am 30. Juni 1792 unterzeichnete Katharina II. den Gnadenbrief, in dem sie die Taman- und Prikuban-Grundstücke dem Schwarzmeerkosakenheer für "ewige Nutzung" gewährt hat. 

Anfang Juni 1793 stellte der Heereshauptmann Tspchepega den Grenzschutz entlang des Kubans auf, ließ sich mit der Heeresregierung im Karasunsky Teich-Gebiet nieder, wo der Ort für die Heeresstadt gewählt wurde, die Jekaterinodar benannt wurde.

Jekaterinodar XIX - XX

Am Anfang des 19. Jahrhunderts sah Jekaterinodar kaum wie eine Stadt aus. Neben dem Haus des Heereshauptmanns und mehreren Gebäuden in der Festung bestand die Stadt aus kleinen Holz- und sogar Schilfgebäuden bzw. aus Hütten. 

Im Jahre 1803 wurden in Jekaterinodar die erste Schule und 1820 das Kuban-Militärgymnasium eröffnet, dessen Direktor Heereserzpriester W. Rossinskij war. Dank den Bemühungen von Rossinskij wurde im Jahre 1811 in Jekaterinodar der Militärchor gegründet, dem heutigen Staatakademischen Kuban-Kosakenchor. 

In den 1880er Jahren verwandelte sich die Stadt im Nordkaukasus dank der Eisenbahnlinie Tikhoretsk-Jekaterinodar-Noworossijsk zu einem bedeutenden Handels-, Industrie- und Transportzentrum des Kuban-Gebiets (Vertrieb von Brot, Tabak, Leder, Mehl, Öl und Alkohol sowie Gütern diverser Industriebranchen). 

Die Entwicklung der Schwerindustrie in Jekaterinodar begann am Anfang des 20. Jahrhunderts. 1911 wurde das Metallverarbeitungswerk Kubanöl (heute das Werkzeugmaschinenwerk Sedin) errichtet, im Jahre 1915 eine Eisengießerei (heute die Fabrik für DMS-Meßanlagen). 

Der ereignisvolle Anfang des 20. Jahrhunderts veränderte das Leben der Kuban-Bewohner und der Stadt Jekaterinodar. im Oktober 1917 erlangten Bolschewikis die Macht und das zusammen mit dem Bürgerkrieg spaltete die russische Gesellschaft. Die Kuban-Region verwandelte sich in eine Arena blutiger Schlachten zwischen den "Roten" und "Weißen". In dieser Zeit wurde viel zerstört.

Am 7. Dezember 1920 wurde die Stadt Jekaterinodar auf Vorschlag der kommunistischen Partei in Krasnodar umbenannt. 

Am 13. September 1937 wurde die Verwaltungsunabhängigkeit der Kuban-Region nach einer Reihe administrativ-territorialer Reformen wiederhergestellt. Mit der Gründung der Region Krasnodar hat der Verwaltungsstatus von Krasnodar als regionales Zentrum zugenommen. Der Stadt öffneten sich nun neue breite Perspektiven für die weitere industrielle und wirtschaftliche Entwicklung. In den vormilitärischen 30er Jahren wurde das kulturelle Leben von Krasnodar merklich zum Besseren geändert – das Maxim-Gorki-Schauspielhaus und das Operettentheater wurden gegründet. 

Der Vaterländische Krieg von 1941-1945 brachte den Krasnodarern unermessliches Elend und Leiden. Über 60.000 Bewohner Krasnodars verteidigten das Vaterland. Vom 9. August 1942 bis zum 12. Februar 1943 wurde Krasnodar von den deutschen faschistischen Truppen besetzt, die der Stadt großen Schaden anrichtete. Nach dem Krieg wurde die Stadt wieder aufgebaut und saniert, aber die Planung des Stadtzentrums wurde ursprünglich wie am Anfang des 19. Jahrhunderts erhalten.

Das moderne Krasnodar

Die Stadt Krasnodar ist heute ein modernes Verwaltungs-, Industrie-, Geschäfts- und Kulturzentrum der Region Krasnodar. 

Die Stadt hat eine günstige wirtschaftliche und geographische Lage in Südrussland, sie liegt an den wichtigsten Verkehrswegen, die das Zentrum Russlands mit den Häfen des Schwarzen und des Asowschen Meeres sowie den Urlaubsorten der Schwarzmeerküste des Kaukasus verbinden.

Die Stadtfläche beträgt 841,4 km² und ist in vier innerstädtische Bezirke geteilt: Sapadnij, Karasunskij, Prikubanskij, Zentralnij. 

Im Jahre 2018 wurde Krasnodar offiziell zu einer Millionenstadt. In der Hauptstadt der Region leben über 134 Nationalitäten.

Das moderne Krasnodar ist ein Industriezentrum. In 127 großen und mittleren sowie mehreren kleinen Industrieunternehmen arbeiten rund 50.000 Menschen. Die führende Position in der Industrie nimmt die Leicht-, Maschinenbau- und metallverarbeitende Industrie ein. Darüber hinaus ist die Industrie der Stadt durch Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft, Baustoffe, Chemie und Petrochemie, Mikrobiologie und andere vertreten. 

Die Hauptstadt der Region Krasnodar ist ein anerkanntes Zentrum für Wissenschaft, Bildung und Kultur. Mehr als 100 Tausend Studenten studieren in 35 staatlichen und privaten höheren Bildungseinrichtungen. Das Spektrum der Agrarwissenschaften wird von sechs Forschungsinstituten vertreten, von denen die meisten föderal sind.

In Krasnodar befinden sich das Russische Zentrum für funktionelle chirurgische Gastroenterologie, das regionale Zentrum für Homöopathie und das erste Zentrum für Thoraxchirurgie Russlands. Krasnodar ist ein bedeutendes kulturelles Zentrum Russlands. In der Stadt sind folgende Theater präsent:

  • das Schauspieltheater,
  • das Regionale Puppentheater Krasnodar,
  • der Krasnodar Staatliche Zirkus und
  • das Regionale Kunstmuseum Kowalenko,
  • das Staatliche, Historische und Archäologische Museum von Felizin,
  • Ausstellungshallen,
  • 6 Parks,
  • das Musiktheater,
  • der Konzertsaal für Kammer- und Orgelmusik,
  • das klassische Balletttheater von Jurij Grigorowitsch,
  • das Jugendtheater,
  • das Neue Puppentheater,
  • das Bühneveterans-Theater (das einzige in Russland) mit insgesamt 18 Theatertruppen, wo Seniortheaterschaffende die Bühne betreten. Die meisten modernen Drehbücher erfordern junge Bühnenkünstler und Schauspieler. Aber die berufliche und menschliche Erfahrung der Seniortheaterschaffenden (man nennt sie Veteranen wie alte Soldaten, die viel überlebt haben) ist jedoch von unschätzbarem Wert. Veteranen haben etwas zu sagen, etwas mitzuteilen. Diese Gelegenheit bietet die Szene dieses Theaters.
  • Die Regionale Philharmonie Krasnodar umfasst 14 Ensembles,
  • Der Stolz von Krasnodar ist der im In- und Ausland bekannte Kuban Kosakenchor unter der Leitung von Viktor Sachartschenko.


Angesichts der besonderen geopolitischen Lage der Region Krasnodar im Süden Russlands hat sich die Stadt Krasnodar zu einer der bedeutendsten Städte des Föderationskreises Südrussland entwickelt und bestätigt dies jährlich mit den Ergebnissen der sozioökonomischen Entwicklung.

Küche

Die Kuban-Küche zeichnet sich durch ihre Besonderheit aus. Dies ist damit verbunden, dass sie mehrere Kulturen kombiniert: Ukrainisch, Russisch, Usbekisch und Kaukasisch. In der Stadt gibt es viele Gaststätten, die gerade Kuban-Gerichte anbieten: Borschtsch (Suppe mit roter Bete), Draniki (Kartoffelpfannkuchen), Wareniki (Teigtaschen), Kissel (Kaltschale), Kuchen, Pfannkuchen, Pampushkas (kleine Brötchen), Schtrumbs (Roulade mit Fleisch), Galuschki (Knödel).

(Quelle: Tourist-Informationszentrum der Stadt Krasnodar, Stand: Januar 2019