Vereinsmitteilungen 02/2023

Veröffentlicht: Sonntag, 21. Mai 2023 Drucken

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Vereinsmitteilungen 2-2023

Liebe Mitglieder, liebe Freunde in Krasnodar und in Karlsruhe,

als ich mich heute Mittag an die Tastatur setzte, um die Vereinsmitteilungen 2-2023 zu schreiben, saß ich längere Zeit vor einem leeren Bildschirm. Worüber sollte ich berichten? Gab oder gibt es etwas Neues - außer der täglichen Berichterstattung in den Medien oder den Sprachstudien, die man bei jeder Straßenbahnfahrt in Karlsruhe und Umgebung betreiben könnte, wenn man nur Russisch oder Ukrainisch beherrschte ...

Aber nun, mittlerweile ist es 15:02 Uhr, hat sich mein Erinnerungsvermögen doch erholt: Ich berichte über
1. die Vorstandssitzung vom 07.03.23
2. die Mitgliederversammlung vom 12.04.23
3. den Vortrag von Frau Dr. Krone-Schmalz am 13.04.23 in Bruchsal
4. das Aktionsforum vom 10.05.23 im Restaurant der Badnerlandhalle
5. den Vortrag vom 10.05.23 von Erich Katterfeld und
6. einem Gespräch der Städtepartnerschaftsvereine mit OB Dr. Mentrup vom 11.05.23

Zur Vorstandssitzung hatte Sabine Matz in ihre Wohnung eingeladen, um Christa Köhler, die bisher Gastgeberin war, etwas zu entlasten. Zu Beginn habe ich von einem Treffen in Berlin berichtet, zu dem das Deutsch-Russische Forum eingeladen hatte. Im Kern ging es um einen Austausch von Erfahrungen von ca. 30 Vertretern aus der deutsch-russischen Städtepartnerarbeit. Man ist ohne Ausnahme engagiert in der Aufrechterhaltung und Vertiefung der Kontakte, man befürchtet eine schrittweise Auflösung der partnerschaftlichen Beziehung, weil wegen der Reisebeschränkungen schon seit über einem Jahr keine Kontakte unter jungen Leuten zustande kommen können. Aktivitäten seien nur noch im Bereich Jugend, Kultur, Soziales möglich. Besuche oder Treffen könnten kaum in Russland, aber in der Türkei stattfinden. Fördermittel stehen für kurze Aktionen zur Verfügung. Ein aktuelles Problem ist der Transfer von Geld zur Finanzierung laufender Projekte in Russland. Es sei sehr wichtig, dem russischen Partner zu zeigen, dass man sich nicht entfernt. Auf die Frage, wie es mit deutsch-russischen Kontakten weiter gehe, kam aus dem Auswärtigen Amt die Antwort, das hoffe man im Austausch mit uns, den Städtepartnerschaften, zu erfahren! Die Vorstandssitzung diente dann noch der Vorbereitung der Mitgliederversammlung. Herzlichen Dank an Sabine, die uns, Herbert Huber, Dieter Kammerer, Thomas Köhler und mich, bestens mit Speis und Trank versorgt hat.

Zur Mitgliederversammlung am 12.04.23 im Restaurant Dionysos sind 16 von aktuell 49 Mitgliedern erschienen. Die Geschäftsberichte und die Kassenprüfung wurden einstimmig genehmigt. Leider konnte wieder kein Mitglied in den Vorstand mit der Funktion als Schriftführer
gewählt werden. Wir hoffen, auch über diese Vereinsmitteilung jüngere Vereinsmitglieder für eine Kandidatur als Vorstandsmitglied gewinnen zu können. Es ist dringend erforderlich, jüngere Mitglieder mit neuen kreativen Ideen in die Nachfolge zu bringen! Auch die Anträge auf Satzungsänderung wurden einstimmig beschlossen: § 1 Satz 2 wurde gestrichen (... soll ins Vereinsregister eingetragen werden) und der Vorstand wurde auf bis zu zwei Beisitzer erweitert. Als Beisitzer wurden gewählt Peter Wolf und Richard Reith, herzlichen Glückwunsch.

Auf den Vortrag von Frau Prof. Dr. Krone-Schmalz wurde über Mailpost mehrfach hingewiesen. Von unserem Verein nahmen Herbert Huber, Dieter Kammerer, Thomas Köhler und ich teil. Zum Glück trafen wir ca. 20 Minuten vor Beginn im Bürgersaal von Bruchsal ein, denn kurze Zeit später musste der Zutritt wegen deutlicher Überfüllung des Saales geschlossen werden. Mit diesem Link > http://www.russlandbruecke.de/wp-content/uploads/2023/04/WOG-Artikel-II-Krone-Schmalz-BNN-15.-4.-2023-.pdf kommen Sie zum Presseartikel über diesen Abend, der natürlich zu konträren Diskussionsbeiträgen geführt hat. Leider hat die BNN nur in der Landkreisausgabe Bruchsal über diese wichtige Veranstaltung berichtet.

Am 10.05.23 haben sich 18 Mitglieder im Nebenzimmer des Restaurants der Badnerlandhalle getroffen, um beim monatlichen Aktionsforum dabei zu sein - vor allem aber beim Vortrag von Erich Katterfeld, Freundeskreis Heidelberg-Simferopol, über das Thema „Vergessene Geschichte: Vergessene Kreuze im Hochschwarzwald“. Der Bezug zu unserem Verein besteht in „Russenkreuzen“, die Erich Katterfeld und Helgard Lörcher bei Wanderungen, manchmal nur mit Hilfe von Einheimischen im Wald oder auf freiem Feld in 1.000 m Höhe gefunden haben, ebenso „Amerikanerkreuze“. Diese Russenkreuze, fünf hat Erich Katterfeld in seiner PowerPointPräsentation gezeigt, erinnern an die russischen Soldaten, die im Befreiungskrieg 1813 - 1815 hier starben. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig trieben Truppen des Zaren die Heere Napoleons über den Schwarzwald nach Hause. Wie passt das folgende Zitat von Zar Alexander I., das Helgard Lörcher, beigetragen hat, in unsere Zeit?

Zar Alexander I. und die Freiheitskriege
Nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 erließ Alexander Ende 1813 von Freiburg aus einen Aufruf an seine Soldaten, der über die Fortsetzung der Offensive nach Frankreich hinein keinen Zweifel bestehen ließ:
Euer Heldentum hat euch von der Oka zum Rhein geführt, es wird euch noch weiterführen. Wir werden den Rhein überschreiten. Wir werden in das Gebiet jenes Volkes eindringen, gegen das wir einen bluBgen, erbitterten Kampf bestehen müssen. Schon haben wir unser Vaterland gerettet und mit Ruhm bedeckt. Wir haben Europa seine Unabhängigkeit und Freiheit zurückgegeben. Ruhe und Frieden mögen auf der ganzen Erde herrschen! Möge es jedem Staate vergönnt sein, unter seiner eigenen Regierung, unter seinen eigenen Gesetzen zu leben und zu gedeihen! . . . Als der Feind in unser Gebiet einbrach, hat er uns viel Leid zugefügt. Es ist ihm dafür eine schwere Strafe zuteilgeworden, denn Gottes Zorn hat ihn niedergeschmettert. Hüten wir uns davor, ähnliche Schuld auf uns zu laden. Gott liebt, da er barmherzig ist, die Unmenschlichkeit und die Grausamkeit nicht. Vergessen wir alles Böse, das der Feind uns angetan hat. Tragen wir in sein Land nicht die Rache und den Hass, sondern die FreundschaS, und strecken wir, um Frieden zu schließen, die Hand aus! Der Ruhm des Russen besteht darin, den bewaffneten Feind zu Boden zu werfen, den Wehrlosen aber und die friedliebende Bevölkerung mit Wohltaten zu überhäufen.

Zit. nach Gitermann, V. Geschichte Russlands, 3 Bände, Zürich: Büchergilde Gutenberg, 1944 – 1949, Band 2, S. 369

Dieser Vortrag war der erste in einer Reihe von Vorträgen zu unterschiedlichen Themen, die wir im Aktionsforum anbieten werden. Erich Katterfeld hat noch einige auf Lager, ich freue mich schon auf seinen Vortrag über ein Parfüm ... Gerne nehmen wir auch Vorschläge über Themen und Referenten entgegen, melden Sie sich bitte.

Am 11.05.23 wollte uns unser OB, Dr. Mentrup, in der Kantine des Technischen Rathauses, hoch über den Dächern der Stadt, zu einem Austausch über die gemeinsame Arbeit am Erhalt der Städte- und Projektpartnerschaften und -patenschaften begrüßen - leider konnte er nicht kommen, das Virus ist noch immer aktiv. Martin Wiederkehr, der Leiter des Hauptamtes, hat uns begrüßt und für unser Engagement gedankt. Bürgermeister Dr. Käuflein hat stellvertretend noch einmal an den Wert von Städtepartnerschaften erinnert, speziell mit Blick auf den Beginn der Deutsch-Französischen Freundschaft, die bereits 5 Jahre nach Kriegsende (!) begründet wurde. Hoffnungsschimmer?

Zum Ende des Berichts lade ich Sie ein zu unserem nächsten Aktionsforum am 14. Juni 2023 mit Beginn wie immer um 18:30 Uhr. Herzliches Willkommen und auf Wiedersehen!

Mit herzlichen Grüßen
für den Vorstand: Manfred Czychi

 

 PAXEuropae

 

Pax Europae, 1814
Alexander I. reicht Europa den
Friedenszweig

(aus Gitermann, V., Geschichte Russlands, Zürich: Büchergilde Gutenberg, 1944 - 1949, Band 2, S. 371)

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