Bürgerreise nach Krasnodar vom 19. – 26. September 2018

Veröffentlicht: Sonntag, 28. Oktober 2018 Drucken

‚Krasnodar – wo?‘ könnte man fragen. Für viele Karlsruher Bürger ist Krasnodar aber kein unbekanntes Ziel, besteht doch die Partnerschaft zwischen Karlsruhe und dem südrussischen Krasnodar seit 25 Jahren. Der langjährige Vorsitzende Herbert Huber hat auch die diesjährige Reise wie so viele vorher perfekt organisiert, tatkräftig unterstützt von der von ihm zur „stellvertretenden Reiseleiterin“ ernannten Sabine Matz. Auch sie ist langjähriges Mitglied wie viele der dreizehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Einige Neulinge, die zum ersten Mal in Russland waren, hatten wir dabei.

Bei strahlendem Sonnenschein feierte Krasnodar seinen 225. Geburtstag. Krasnodar, das „schöne Geschenk“, ist eine Gründung Katharinas der Großen und hieß ursprünglich Jekaterinodar, Geschenk Katharinas. Die Stadt feierte den Geburtstag am Samstag, dem 22.09., mit offiziellen Reden, Filmen und Darbietungen aus den Partnerstädten. Die Stadt Karlsruhe präsentierte sich in einen Film – leider auf Englisch und ohne russische Untertitel – als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. Die beiden danach auftretenden Tänzerinnen der Karlsruher Tulpengarde der Karnevalsgesellschaft Badenia und der bekannte Varieté-Puppenspieler Stephan Blinn sorgten für Stimmung.
Bemerkenswert waren die Stände des Handwerkermarktes, die so ziemlich alles boten, was das nostalgische Herz des modernen Menschen begehrt, Handgemachtes und selbst Gekochtes in Hülle und Fülle, Tee, Honig, Piroggen, Mützen, Puppen, allerlei phantasievolles Getier. Abends wurde auf dem riesigen Platz vor dem Theater im Freien eine beeindruckende Veranstaltung geboten, die die für Krasnodar bedeutsamen geschichtlichen Ereignisse tänzerisch und musikalisch umsetzte, von den Kosaken über Ereignisse der Revolution und des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart.

Weitere Höhepunkte waren der Besuch des Schwarzmeer-Seebades Gelendschik und eine Bootsfahrt auf dem Schwarzen Meer mit Bademöglichkeit, die einige von uns natürlich nutzten. Beeindruckt hat auch die Reise mit dem Zug in die 300 Kilometer entfernte Olympiastadt Sotschi. Der Olympiapark, die Retortenstädte im Kaukasus und die Zufahrten sind eine glänzende planerische und architektonische Leistung.
Besonders gefallen hat uns der Besuch des Kosakenrestaurants „Stan“, das als eines der besten in der Stadt gilt. Nicht nur das feine Essen, sondern auch die singende Kosaken-gruppe sorgte für heitere und gelöste Stimmung. Überhaupt das Essen, es war eigentlich immer morgens, mittags und abends ein Ereignis, ob seiner Fülle und Reichhaltigkeit, vielleicht auch ob der Freundlichkeit und Aufmerksamkeit des Personals. Überall wurden wir sehr herzlich empfangen, alle, wirklich alle freuten sich, dass Gäste aus Deutschland gekommen waren.
Offiziell empfangen wurden wir von der Universität. Zwischen der Staatlichen Kuban Universität, der European Business School Krasnodar und der Freundschaftsgesellschaft Karlsruhe - Krasnodar bestehen sehr gute Beziehungen. In Anwesenheit der Dekanin der Fakultät der romanisch-germanischen Philologie Natalja Borisovna Scherschneva berichteten die Studierenden der Kuban-Universität von ihren Praktika in der Walter-Eucken-Schule Karlsruhe, der Partnerschule, und in einem evangelischen Kindergarten in Karlsruhe.

Am letzten Morgen empfingen die Vorsitzende der Städtischen Duma Vera Fedorovna Galuschko und der stellvertretende Leiter der Verwaltungsabteilung und Leiter der Abteilung für auswärtige Beziehungen Boris Nikolaevitsch Staroselskij die Teilnehmer/innen der Bürgerreise. Sowohl Vera Galuschko als auch Herbert Huber, der Vorsitzende der Freundschaftsgesellschaft betonten, dass die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Karlsruhe und Krasnodar vertieft wurden und in Zukunft weiter entwickelt werden. Auch die Kommentare der Teilnehmer/innen waren positiv; die „Neuen“, die Russland zum ersten Mal besuchten, waren von der Gastfreundschaft, der Freundlichkeit und von der grandiosen Landschaft geradezu überwältigt. Alle Anwesenden sind sich einig, dass bürgerschaftliches Engagement – im Russischen „Volksdiplomatie“ – eine herausragende Rolle in den Beziehungen zwischen Deutschen und Russen spielen soll.


Helgard Lörcher

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